Gendersensible Sprache

Gendersensible Sprache – verständlich, barrierefrei und TYPO3-tauglich

Sprache bildet nicht nur gesellschaftliche Realitäten ab, sie prägt auch, wer sich angesprochen fühlt. Gendersensible Sprache trägt dazu bei, alle Menschen sichtbar zu machen, Missverständnisse zu vermeiden und Diskriminierung entgegenzuwirken. Sie ist zudem im Landesgleichstellungsgesetz verankert und Teil einer respektvollen, zeitgemäßen Kommunikation an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Sichtweisen auf gendersensible Sprache. Häufig wird befürchtet, dass Texte dadurch komplizierter oder schwerer lesbar werden. Ziel dieses Leitfadens ist es daher nicht, eine zusätzliche Hürde zu schaffen, sondern praktikable und gut lesbare Lösungen aufzuzeigen, die sich im redaktionellen Alltag bewährt haben.

Genderneutral, wo immer möglich

Für viele Inhalte – insbesondere in Navigationen, Überschriften, Buttons und Metadaten – sind genderneutrale Formulierungen die beste Wahl. Sie sind barrierefrei, werden von Screenreadern problemlos verarbeitet und fügen sich ruhig in das Sprachbild ein. Begriffe wie Studierende, Lehrende, Beschäftigte, Fachpersonen oder interessierte Personen sind klar verständlich und vermeiden Sonderzeichen, die vor allem in kurzen Texten oder Menüs störend wirken können.

Auch Umschreibungen oder Passivformulierungen helfen, Texte flüssig und inklusiv zu gestalten, etwa:
„Es ist Folgendes zu beachten“ statt „Die Studierenden sollten beachten“.

Gendersensible Schreibweisen gezielt einsetzen

Wenn eine explizite Sichtbarmachung von Geschlechtervielfalt sinnvoll oder gewünscht ist, empfiehlt die Deutsche Sporthochschule Köln die Nutzung des Gendersterns (*) oder alternativ des Gender-Doppelpunkts (:). Beide Formen sprechen alle Geschlechter an. Wichtig ist dabei vor allem Konsistenz: Innerhalb eines Textes oder einer Seite sollte eine einheitliche Schreibweise verwendet werden.

Besonders in längeren Fließtexten lassen sich diese Formen gut einsetzen. In sehr kurzen Elementen – etwa Buttons oder Menüeinträgen – sollte jedoch geprüft werden, ob eine neutrale Lösung nicht verständlicher ist.

Besonderheiten bei der Arbeit mit TYPO3

In TYPO3 erscheinen Inhalte oft an mehreren Stellen gleichzeitig: in Navigationen, Teasern, Suchergebnissen oder Inhaltsübersichten. Deshalb gilt: Je prominenter ein Element, desto klarer und ruhiger sollte die Sprache sein. Überschriften, Menüpunkte, Buttons und Linktexte profitieren besonders von genderneutralen Formulierungen, da sie schnell erfassbar und technisch unproblematisch sind.

Im Fließtext ist mehr sprachlicher Spielraum möglich. Hier können gendersensible Schreibweisen gezielt eingesetzt werden, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Auch Alternativtexte für Bilder sollten sachlich und inklusiv formuliert sein und sich auf das Wesentliche beschränken.

Einheitlichkeit und Verständlichkeit stehen im Fokus

Unabhängig von der gewählten Form gilt: Innerhalb eines Textes, einer Seite oder eines Themenbereichs sollte eine einheitliche Schreibweise verwendet werden. Ziel ist nicht sprachliche Perfektion, sondern Verständlichkeit, Barrierefreiheit und eine respektvolle Ansprache aller Zielgruppen.

Gendersensible Sprache ist damit kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Inhalte zugänglich, zeitgemäß und nutzerorientiert zu gestalten – sowohl im Internet als auch im Intranet.


Redaktions-Checkliste: Gendersensible Sprache

Diese Checkliste unterstützt Sie dabei, Inhalte gendersensibel, verständlich und TYPO3-gerecht zu erstellen. Sie ist als Orientierung gedacht – nicht als starres Regelwerk.

1. Grundhaltung & Ziel

  • Ist der Text so formuliert, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen können?

  • Unterstützt die gewählte Sprache Verständlichkeit, Barrierefreiheit und Inklusion?

  • Passt die Ansprache zur Zielgruppe und zum Kontext (Website, Intranet, Service-Information, wissenschaftlicher Inhalt)?

2. Schreibweise bewusst wählen

  • Bevorzugen Sie genderneutrale Begriffe, wo immer es sinnvoll möglich ist (z. B. Studierende, Lehrende, Beschäftigte).

  • Nutzen Sie Genderstern (*) oder Gender-Doppelpunkt (:) gezielt, insbesondere im Fließtext.

  • Vermeiden Sie einen Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb eines Textes oder einer Seite.

3. Einheitlichkeit sicherstellen

  • Verwenden Sie eine einheitliche gendersensible Form innerhalb:

    • einer Seite,

    • eines Kapitels,

    • oder eines zusammengehörigen Inhaltsbereichs.

  • Stimmen Überschriften, Fließtexte und Teaser sprachlich miteinander überein?

4. TYPO3-spezifische Hinweise beachten

  • Navigationen, Buttons, Linktexte und Überschriften:

    • möglichst kurz, klar und genderneutral formulieren.

  • Fließtexte:

    • hier ist mehr sprachlicher Spielraum für gendersensible Formen.

  • ALT-Texte für Bilder:

    • sachlich, inklusiv und beschreibend formulieren,

    • keine unnötigen Genderzeichen verwenden, wenn sie keinen Mehrwert bieten.

5. Lesbarkeit & Barrierefreiheit prüfen

  • Ist der Text auch mit gendersensibler Sprache gut lesbar und verständlich?

  • Werden Screenreader-freundliche Lösungen bevorzugt (z. B. neutrale Begriffe, klare Satzstrukturen)?

  • Vermeiden Sie unnötig komplexe Konstruktionen oder verschachtelte Formen.

6. Bewusst verzichten dürfen

  • Nicht jede Textstelle muss explizit gegendert sein.

  • Wenn eine neutrale oder umschreibende Lösung klarer ist, ist sie ausdrücklich erlaubt.

anhängende Datei(en)
Gendersensibel_kommunizieren_Leitfaden_DSHS.pdf
404kb
Gendersensible_Sprache_DSHS.pdf
404kb