Viele Redakteur*innen setzen „sichtbar“ gleich mit „im Menü verankert“. Dahinter steckt die Sorge, dass etwas „nicht gefunden wird“. Ein zusätzliches Menü löst aber kein Strukturproblem – es verschiebt es nur. Wenn alles ein eigener Menüpunkt ist, ist nichts mehr priorisiert. Navigation sollte also die Hauptthemen abbilden – nicht jedes Unterdetail. Zu viele Navigationsebenen führen eher zu: Überforderung, geringerer Orientierung, längeren Entscheidungswegen.
2. Nutzendenverhalten: Scrollen ist normal
Sie haben die Sorge, dass Inhalte, die „weiter unten“ stehen, nicht gefunden werden? Dieses „Angst-Argument“ stammt oft aus den frühen 2000ern („above the fold“). Die Sorge ist aber unbegründet, weil Nutzende heute selbstverständlich scrollen. Zudem dominiert die mobile Nutzung, bei der Scrollen eh Standard ist. Studien zeigen: Entscheidend ist nicht die Position, sondern die visuelle Struktur, das bedeutet: klare Überschriften, gute Gliederung, erkennbare Informationsblöcke, visuelle Hierarchie.
3. Priorisierung ist kein Werturteil
Eine Seitenstruktur ist keine Rangliste. Dass etwas weiter unten steht, bedeutet also nicht, dass es weniger wichtig oder weniger relevant ist. Wichtig ist ein stringenter Aufbau der Inhalte, z.B. bauen nachgelagerte Inhalte auf vorherigen Informationen auf, sind thematisch nachgeordnet oder richten sich an eine spezifischere Zielgruppe.
4. Gute Seitenstruktur statt Zusatzmenü
Es bieten sich folgende strukturelle Lösungen an:
- klare Inhaltsblöcke mit Zwischenüberschriften
- Akkordeons für Detailinformationen
- „Weiterführende Informationen“-Bereich
- gezielte Verlinkungen von anderen Seiten
Eine gute Webseite, auf der sich der User gut und schnell orientieren kann, funktioniert wie ein gut strukturierter Text, d.h. durch Priorisierung, logischen Aufbau, Themenblöcke und Zwischenüberschriften.